Radtour Süditalien Kalabrien Basilikata (Bericht mit Höhenprofilen und Bildern)


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Allgemeine Infos zur Tour

Übersichtskarte

Übersichtskarte Radtour Süditalien Kalabrien Basilikata

Tourendaten

Streckenlänge: 1.293 km

Höhenmeter: 21.618 m

Ø km/Tag: 118 km

Ø Höhenmeter/Tag: 1.965 m

Fahrzeit (netto): 62 h 56 min

Fahrzeit (mit Pausen): 84 h 35 min

Ø Fahrzeit/Tag (netto): 5 h 43 min

Ø Fahrzeit/Tag (mit Pausen): 7 h 41 min

v Ø (netto): 20,5 km/h

v Ø (mit Pausen): 15,3 km/h

Wetter

Die ersten 3 Tage (für diese Zeit eher ungewöhnlich) sehr wechselhaft, aber wir bleiben weitestgehend vom Regen verschont. Es regnet meistens da (teilweise sehr stark), wo wir gerade nicht sind. Ansonsten meist heiter oder sonnig, außer am 8. Tag, wo wir in den Bergen der Sila eine gute halbe Stunde bei Sprühregen fahren müssen. Temperaturen an der Küste angenehm (25 bis 28 Grad). In den Bergen kühler aber nicht zu kalt.

"Highlights"

  • Monte Vulture (1. und 2. Etappe)
  • Lukanische Dolomiten (2. und 3. Etappe)
  • Castelmezzano (2. Etappe)
  • Pietrapertosa (2. und 3. Etappe)
  • Nationalpark Pollino (4. und 5. Etappe)
  • Rivello (4. Etappe)
  • Tirrena inferiore (Küstenstraße) zwischen Maratea und Práia a Mare (5. Etappe)
  • Morano Calabro (5. und 6. Etappe)
  • Nationalpark Sila (6., 7. und 8. Etappe)
  • Monte Botte Donata (7. Etappe)
  • Ostseite Passo di Pietra Spada (9. Etappe)
  • Stilo, byzantinische Kirche (9. Etappe)
  • Gerace (9. und 10. Etappe)
  • Ostseite Passo del Mercante (10. Etappe)
  • Nationalpark Aspromonte (10. und 11. Etappe)
  • Montalto (10. Etappe)
  • Ätna-Blick zwischen Gambarie und Bagaladi (11. Etappe)
  • Geröllfluss Amendolea und verlassener Ort Roghudi (11. Etappe)

Sonstige Verkehrsmittel

Eigener Pkw: Trier - Margherita di Savóia - Trier
Zug: Melito di Porto Salva - Reggio di Calabria San Gregorio
Mietwagen: Reggio di Calabria (Flughafen) - Foggia

Straßenzustand

MTB wäre nur auf folgenden Streckenabschnitten das bessere Rad gewesen:

  • Die Strecke zwischen Roccaforte del Greco und Roghudi (siehe Bericht/Bilder 11. Etappe) war in einem sehr schlechten Zustand, so dass man hier auch bergab nur sehr langsam fahren konnte
  • Zahlreiche Schlaglöcher hatte die Nebenstraße zum Montalto im oberen Bereich (10. Etappe)


Ansonsten waren die Straßen in einem guten bis akzeptablen Zustand. Mit 23er Rennradbereifung gibt es keine Probleme. Es kann aber hier und da mal ein Schlagloch, Steine oder ein kurzes Stück mit schlechtem Belag auftauchen, so dass - insbesondere auf kurvenreichen Abfahrten - Aufmerksamkeit angesagt ist.

Ortschaften

Sehenswerte und malerische Ortschaften sind nicht so zahlreich wie beispielsweise in der Toskana oder Umbrien. Viele historische Gebäude wurden durch die zahlreichen Erdbeben zerstört. Aber auch auf unserer Route lagen einige sehr schöne Orte, vor allem Morano Calabro, Rivello, Pietrapertosa , Castelmezzano, Stilo und Gerace. Eher trist und abschreckend dagegen die meisten von uns durchfahrenen Gemeinden entlang der ionischen Küste und am südlichen Küstenstreifen Kalabriens.

Landschaft, Nationalparks

In Italien gibt es derzeit 24 Nationalparks. Insgesamt stehen so 1,5 Millionen Hektar unter speziellem Schutz. Dies entspricht ca. 5 % der Landesfläche. Zum Vergleich: Deutschland 2,7% (ohne Wattenmeer nur 0,7%)/ Frankreich 1,7%. Wir haben drei Nationalparks durchfahren:

Pollino-Nationalpark:
Der Pollino Nationalpark bedeckt eine Fläche von 192.565 Hektar und ist damit der größte Naturpark Italiens. Gleichzeitig zählt er zu den größten Naturschutzgebieten in Europa. Der Nationalpark verfügt über ausgedehnte Buchenwälder, entlegene Hochweiden, Weißtannen und seltene Panzerföhren. Höchste Gipfel sind der Monte Pollino (2248 m) und die Serra Dolcedorme (2267 m) im Kerngebiet des Parks.

Sila-Nationalpark: Unter der Obhut des höchsten Gipfels der eher mitteleuropäisch anmutenden Wald- und Wiesenlandschaft, dem Monte Botte Donato (1.929 m), gedeiht eine üppige und variationsreiche Vegetation mit Pinien-, Tannen-, Buchen- und Kastanienwäldern, Waldbeeren, Pilzen und Wildkräutern sowie einer breiten Palette von Blütenpflanzen. In den mehrheitlich künstlich angelegten, jedoch harmonisch in die Landschaft eingefügten Seen tummeln sich die auf dem silanesichen Speisezettel äußerst beliebten Forellen.

Aspromonte-Nationalpark:
Der am weitesten südlich gelegene Nationalpark Italiens. Im Süden Kalabriens türmt sich der Apennin noch einmal zu fast 2000 m auf und fällt nach Westen, Süden und Osten zum Meer ab. Obwohl große Teile des Parks bewaldet sind, überrascht der Aspromonte durch großartige, variationsreiche Landschaftsszenerie. Zu seinen Naturwundern gehören die großen , weißen Trockenflüsse (Fiumaras), die Gletschern ähnlich Täler des Aspromonte durchziehen. Am beeindruckendsten ist vor allem der Fiumara Amendolea.

N'drangheta

N'drangheta heißt die kalabrische Mafiavariante. Der Aspromonte gilt als deren Zentrum, insbesondere die Orte San Luca und Plati. San Luca war zuletzt Thema in den deutschen Medien. Hier brach 1991 die Fehde zwischen zwei Mafiafamilien aus, welche bislang 26 Todesopfer forderte. Die Auseinandersetzungen erreichten am 15. August 2007 auch Deutschland, als in Duisburg sechs Italiener in einem Auto erschossen wurden. In Plati soll es unterirdische Gänge und Kammern mit getarnten oder versteckten Türen geben, welche den Mitgliedern des Clans ein Verschwinden bei Gefahr ermöglichen. Trotzdem versucht der italienische Staat immer wieder Herr der Lage zu werden. Beispielsweise stürmten am 13. November 2003 insgesamt über 1000 Carabinieri nachts den Ort (ca. 3700 Einwohner), wobei 131 Verdächtige festgenommen wurden (siehe auch Bericht Tag 10). Als Tourist kann man die Strukturen nur erahnen. Im Aspromonte und der anschließenden Küste haben wir einige wenig einladende Ortschaften durchfahren. Auffällig sind auch nicht fertiggestellte Straßenprojekte über die wieder Gras wächst. Die wirklichen Drahtzieher sollen aber außerhalb Kalabriens (u.a. auch in Deutschland) ihren dunklen Geschäften nachgehen.

Hunde

Süditalien wirkt sicher abschreckend auf Hundefreunde. Es gibt zahlreiche Straßenhunde ohne medizinische Versorgung und in einem entsprechenden Zustand. Diese trifft man meistens in kleineren Gruppen in Ortschaften (besonders Ortsrändern), seltener auf dem freien Land an. Da die Hunde frei herumlaufen, steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass sie von Autos angefahren werden. Leider musste ich einmal mit ansehen, wie ein Hund von einem Auto überfahren wurde (siehe Bericht Tag 7). Die Straßenhunde, die uns begegneten, waren eher harmlos. Es gibt auch spezielle (meist größere) Wachhunde, die Vieh oder Grundstücke bewachen. Diese bellen meist laut wenn man sich nähert und machen unmissverständlich klar, was man lassen sollte (siehe Bericht Tag 8). Hier kann einem schon etwas mulmig werden.

Preisniveau

Die Preise für Hotelzimmer liegen meist deutlich unter norditalienischem Niveau (wo Hotelzimmer im Vergleich mit anderen Ländern recht teuer sind). Der Preis für ein Zweibettzimmer mit Frühstück in einem "normalen" Hotel liegt in der Regel um die 60 EUR. Die Preise in den Pizzerias sind teilweise sehr niedrig (Portion Penne oder Spaghetti gab es ab 3 EUR). Der "Teuro" hat hier noch nicht Einzug gehalten. Wenn man in einem Geschäft eine einzelne Banane kaufen will, ist es üblich, dass man diese geschenkt bekommt. Interessant auch der "Vorfall" an Tag 6: "Wir verpflegen uns in einem Lebensmittelgeschäft. Meine Sachen kosten 1,35 EUR. Ich habe nur 1,25 EUR klein und will deshalb mit einem 10 EUR-Schein bezahlen. Die Kassiererin macht deutlich, dass Sie kein Kleingeld in der Kasse hat und dass die 1,25 EUR genug sind."

Verwendete Landkarten

  • Generalkarte Italien Blatt 12 (Campania, Basilicata) 1 : 200.000
  • Generalkarte Italien Blatt 13 (Kalabrien) 1 : 200.000


Die Karten haben wir nicht mitgenommen, sondern die für uns benötigten Teile der Karte schwarz-weiß kopiert und die Strecke mit Textmarker markiert.


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